Was neu ist

Seit Juli 2026 zeigt die Google Search Console, wie oft Inhalte in KI-Funktionen erscheinen: Die erweiterten Performance-Reports weisen Impressionen in AI Overviews und AI Mode aus, dazu gibt es neue Steuerungsmöglichkeiten dafür, wie Inhalte in KI-Features dargestellt werden. Parallel haben die AI Overviews selbst ein Live-News-Karussell, KI-generierte Bilder und neue Zitat-Darstellungen bekommen.

Das ist ein echter Fortschritt: Zum ersten Mal wird KI-Sichtbarkeit direkt in Googles eigenem Werkzeug überhaupt sichtbar - statt nur über Drittanbieter geschätzt zu werden.

Die blinden Flecken

Nur: Die Reports erzählen nicht die ganze Geschichte. Es fehlen weiterhin Klicks, Klickrate und Daten auf Query-Ebene für die KI-Flächen. Bings Reporting ist detaillierter, bleibt aber auf das Microsoft-Ökosystem beschränkt und basiert auf KI-generierten „Grounding"-Anfragen statt auf den exakten Nutzerfragen. Man sieht also, dass man erscheint - aber nicht zuverlässig, wofür und mit welcher Wirkung.

So liest du die Reports

Behandeln Sie die KI-Impressionen als Reichweiten-, nicht als Leistungswert. Steigende Impressionen ohne Klickzuwachs sind kein Fehler - sie sind der Normalfall der KI-Suche. Vergleichen Sie Trends über Wochen, nicht einzelne Tage.

Womit du ergänzt

Ein belastbares Bild entsteht erst in Kombination:

  • Prompt-Set-Monitoring: feste Fragen über mehrere KI-Systeme, regelmäßig wiederholt - für Position und Aussage, die die Search Console nicht liefert.
  • KI-Referral-Tracking: Sitzungen aus ChatGPT, Perplexity & Co. sauber kennzeichnen.
  • Geschäftssignale: Anfragen, Abschlüsse, Bewertungen, PR und Markensentiment als Realitäts-Check.

Am Rande: llms.txt

Passend zum Thema Messbarkeit hat Google im Juli klargestellt, dass eine llms.txt-Datei in der Google-Suche weder hilft noch schadet. Als Steuerungsinstrument für Googles KI-Antworten taugt sie also nicht - relevanter sind Crawler-Zugriff, strukturierte Daten und zitierfähige Inhalte.

Fazit

Die neuen KI-Reports sind ein wichtiger erster Schritt - aber eben ein erster. Wer sie als vollständige Erfolgsmessung missversteht, zieht falsche Schlüsse. Wer sie als Reichweiten-Signal nimmt und mit Prompt-Set, Referral-Tracking und Geschäftszahlen kombiniert, bekommt endlich ein ehrliches Bild der eigenen KI-Sichtbarkeit.